Stress, Stresslöser, Ziele und Projekte

Zuerst etwas Allgemeines über Stress. Ich bin beim besten Willen kein Profi auf dem Gebiet, aber das essentielle habe ich mir trotzdem aus dem Bio Unterricht gemerkt. Es gibt zwei Arten von Stress. Stress über eine kurze und über lange Zeit. Und besonders letzterer ist gefährlich. Er beeinflusst den Körper so weit, dass man sogar ernsthaft davon krank werden kann. Oft merkt man gar nicht, dass es chronischer Stress ist. Man rutscht einfach so hinein und stempelt es als Alltag ab. Aber wenn es dann richtig gefährlich wird, ist es schwer, einen Weg zu finden mit diesem Stress umzugehen, oder ihn sogar ganz zu lösen.

Der erste Schritt dabei ist herauszufinden, was überhaupt den Stress auslöst. Das können ernste Dinge sein, aber auch kleine Dinge, die andere Personen als ganz nicht stressig empfinden. Dabei das herauszufinden, kann ich euch nicht helfen. Aber ich kann meine Strategien mit euch teilen, die ich nutze um mit dem Stress umzugehen. Oder sagen wir „versuche“ damit mit umzugehen.

 

Was mich betrifft ist mein Stress nicht wie zu erwarten wäre, damit begründet, dass Klausuren anstehen. Es ist etwas viel normaleres. Etwas, was andere Leute vielleicht nicht einmal bewusst wahrnehmen. Gut zu wissen dabei wäre es, dass ich von den frühen Jahren im Gymnasium an mit Mobbing zu tun hatte. Ich war kränklicher als andere Kinder, hatte „verrückte“ Hobbies, war still und bemühte mich nicht darum in die Klassengemeinschaft integriert zu werden und arbeitete lieber alleine als mich nach anderen zu richten. Es gab also niemanden, der mich hätte verteidigen wollen oder es Lehrern melden würde. Als kleine Anmerkung am Rande muss ich vom heutigen Sichtpunkt aus sagen, wie kindisch es ist jemanden wegen Hobbies, Aussehen, Kleidung oder Familiensituation zu mobben, aber als Kind kann man solche Argumente schlecht vorbringen.

Zwar hat sich das Mobbing gelegt als ich die Schule gewechselt hat, doch Einfluss auf mein Leben hat es immer noch. So ist es für mich purer Stress zwischen vielen Menschen zu sein. So weit, dass ich mir einiges über Körperhaltung angelesen habe um selbstbewusst zu wirken und niemandem etwas von mir selbst erzähle, um die Angriffsfläche klein zu halten. (Ein Grund wieso ihr hier im Blog auch niemals meinen Wohnort oder Namen sehen werdet.)

Kurz zusammen gefasst macht es also Uni für mich zu einer täglichen Hölle. Natürlich weiß ich, dass Leute die den Verstand besitzen und studieren, nicht so intolerant sein können, jemanden zu mobben und cih bin jedes Mal wieder überrascht, wenn mir gegenüber jemand hilfsbereit und freundlich ist. Ich weiß auch, dass es mich eigentlich nicht kümmern sollte, was andere Leute von mir denken und ich mich nur um Freunde kümmern brauche, aber trotzdem bleibt der konstante Wunsch weiterhin bestehen, einfach unsichtbar zu sein.

Ursachen dafür sind ganz klar ein zu geringes Selbstvertrauen und nicht mit sich selbst zufrieden zu sein. Es gibt also zwei Wege sich den Stress abzuhalten. Entweder man behebt die Ursachen, was mir ziemlich schwer fällt, oder man sucht sich eine Möglichkeit dem Stress entgegen zu wirken.

 

Ich habe schon öfter gegooglet, fand aber keinen der Tipps wirklich hilfreich. Vor allem „Atemtechniken“ haben mir mehr Ärger beschert als sie gelöst haben. So wurde es nach wenigen Stunden mehr zu einem Zwang tief einzuatmen bis zu dem Punkt, an dem meine Lungen schmerzten. Es hat Tage gedauert diese Angewohnheit wieder weg zu kriegen.

Einige Leute schwören auf Musik. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass Musik mir den Stress nimmt, aber sie hilft auf jeden Fall während ich unterwegs bin. Nicht zu hören was andere Leute um mich herum sagen verringert die Wahrscheinlichkeit anstößige Kommentare zu hören und hilft dabei die Menschenmengen einfach auszublenden. Man muss nichts weiter tun als in der Bahn die Augen zu schließen und man ist in einer anderen ‚Dimension‘ in der man nichts mitbekommt.

„Nur eine Sache auf einmal“ ist eine Gegenmaßnahme der ich überhaupt nicht zustimmen kann. Das hilft nur, wenn man den Stress durch zu viel Arbeit oder zu hohe Ansprüche empfindet.

„Schlafen sie gut und lange“ auch etwas, was mir persönlich nicht Hilft, da meine Probleme mir meist in die Träume folgen. Selbst lucides Training hat nicht dabei geholfen. Aber vielleicht hilft der Tipp ja einem von euch 8)

„In der Natur sein. Fotos von der Natur machen“. An sich kann ich mir gut vorstellen, dass es helfen kann. Aber mit meiner Allergie gegen Pollen verursacht es eher Probleme.

Meine Freundin hat mir empfohlen zu schreiben. Sie selbst nutzt diese Technik um Probleme in ihren Fanfiction zu verarbeiten. Ich selbst scheitere aber immer an Faulheit oder an zu großer Selbstkritik, weswegen Fanfiction meist nach wenigen Kapiteln aufgegeben werden. Aber in gewisser Weise versuche ich ja jetzt einen anderen Weg von Schreiben.

 

Sich Ziele setzen. Etwas in der Zukunft haben, worauf man sich freuen kann. Sei es ein Treffen mit Freunden in Düsseldorf, der Release eines neuen Games, die Fortsetzung eines Animes, eine Tagesfahrt ans Meer, Urlaub in London oder Pläne zu einer guten Freundin in Amerika zu fliegen. Man sollte sich immer etwas vor Augen halten, das einem persönlich wichtig genug ist, um in Richtung Zukunft zu arbeiten. Als für mich mehrerer dieser Punkte wegbrachen, war es schwer einen Grund zu finden, sich überhaupt durch dieses Leben zu schlagen. Deswegen mein guter Rat: Selbst wenn ihr meint keinen Grund zu haben sich auf die Zukunft zu freuen, dann sucht euch etwas. Schmiedet Pläne, macht euch eine Liste um diese Pläne zu verwirklichen, sagt ganz deutlich „Ich gehe zur Uni, weil…“ ich später einmal genügend Geld verdienen möchte, um mir zu kaufen, was ich möchte, ab und zu Urlaub machen zu können, nicht immer auf jeden Cent achten zu müssen.

Bedenkt immer, dass ihr zu nichts! gezwungen werdet (außer vielleicht Schulpflicht, aber selbst das bringt euch etwas im Leben und ist keine Verschwendung!) und es eine eigene Entscheidung ist, euch dem Stress zu stellen. Deswegen solltet ihr euch auch keinem Leistungsdruck unterwerfen.

 

Eine weitere Möglichkeit ist es etwas zu finden, was euch so viel Spaß macht, dass ihr es über eine große Zeitspanne ausüben möchtet. Etwas, worauf ihr euch während dem Vormittag freut, weil ihr es am Nachmittag wieder aufnehmen könnt.

Überlegt euch solche Hobbies oder Projekte. Etwas worin ihr Zeit investiert und am Ende sagen könnt „Ich habe etwas erreicht!“

Auch hier kann es eine ziemlich weitgefächerte Definition sein. Vielleicht wollt ihr besser in einer Sportart werden, oder wollt eure Fantasybücher Sammlung erweitern. Oder ganz simpel in einem Onlinespiel besser werden. Für eine neue Rüstung oder Waffe grinden, eine Vielfalt an Pokémon züchten, eine Fanfiction schreiben, Videos oder Lets Plays machen. Es kann alles sein, was euch Spaß macht.

Ich für mich selbst habe gemerkt, dass es mir unglaublichen Spaß macht mit dem RPG Maker zu arbeiten. Gut, es ist vielleicht nichts womit ich angeben kann, aber man hat am Ende auch ein Ergebnis, von dem man sagen kann „Das habe ich aufgebaut.“

Wenn man die ersten Fortschritte nach Tagen in der Database sieht, die Charaktere leben sieht, vielfältige Kampftechniken sieht, eine Welt zu erkunden hat, einen Storyplot zu entdecken hat. Zwar ist das Ergebnis nicht sehr auszahlend, bedenkt man, dass man oft mehrere Tage für eine Spielstunde programmiert, aber das macht mir nicht viel aus. Ich weiß ja selbst wie viel Herz da drin steckt.

Deswegen habe ich den Entschluss gefasst wieder an einem neuen Projekt zu arbeiten. Vielleicht geht es alleine nicht sehr schnell voran, doch lenkt es mich ab, macht mir Spaß und bietet eine tolle Gelegenheit meine Liebe zu Games auszuleben. Und wer weiß, vielleicht halte ich auch mal etwas über das Projekt im Blog fest. Immerhin ist es auch ein ziemlich wichtiger Punkt in meinem Leben.

 

Vielleicht habt ihr auch selbst noch einige Tipps, die ich hier nicht aufgeführt habe. Die würde ich dann entweder rein editieren, oder einen Neuen Blogeintrag als kleine Übersicht posten. Wenn es nur einer Person hilft, wäre mein Ziel schon erfüllt

1.6.15 15:10

Letzte Einträge: Das Geheimnis - Einen guten (fiktiven) Charakter erstellen, Kurzer, mundgerechter Nachtrag zum Abend, Chaos 2 go: Star Wars, Gameentwicklung und Ausschlag

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mein-puschelputzi / Website (1.6.15 16:03)
Hallöchen erneut!
Nun möchte ich erstmal anmerken, dass Stress nicht immer unbedingt etwas schlechtes sein muss und dass selbst intelligente Menschen zu den größten Mobbern werden können (auch in der Uni ist nicht alles rosig), aber das nur am Rande.
Nun zu den Tipps. Mir wurde mal gesagt, dass ich mir jeden Abend überlegen solle, was besonders schön an diesem Tag war. Etwas, auf das ich mich gefreut habe oder das mir ganz unerwartet passiert ist. Mir hat es nicht geholfen, aber das muss ja nichts heißen. Man kann sich auch überlegen, wozu der Stress denn gut ist. Je nach Situation arbeitete man unter Umständen auf ein Ziel hin und da kann Stress, wie gesagt, auch positiv wirken.
Ich finde den Tipp deiner Freundin ganz gut, das kann manchmal wirklich gut funktionieren und es müssen ja nicht immer Geschichten sein. ;D
Ansonsten kann ich deine Einstellung bezüglich der Sachen, die dir Spaß machen nur befürworten. Das ist tatsächlich eine große Hilfe, vor allem, weil man auch in den konkreten Stresssituationen darüber nachdenken kann, wie man z.B. in einem Projekt weiter verfährt.
Schön, dass du etwas gefunden hast, dass dir hilft. :-)
LG

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen