Der Mensch hinter dem Selbstexperiment

Seit einigen Jahren kämpfe ich mit mehr oder weniger leichten Depressionen/Stimmungsschwankungen, die ausgelöst wurden als ich kurz vor meinem Abitur umziehen musste, Freunde und bekannte Umgebung zurückließ und sozial wieder von vorne anfangen musste. Vor knapp einem halben Jahr bin ich in ein Tief gerutscht, als ich erfahren musste, dass die falschen Freunde in meinem Kontaktkreis deutlich überwiegen. Vor einer Woche hatte ich dann einen kompletten Breakdown. Gereitzt war ich bereits durch Stress in der Uni, hinzu kam dann noch eine Meinungsverschiedenheit mit einem Freund und das Wegbrechen von meiner Fluchtmöglichkeit (Onlinegames). Meine beste Freundin hat mich wieder einigermaßen aufgebaut, aber trotzdem möchte ich versuchen wieder positiver zu denken. Deswegen werde ich in naher Zukunft alles in diesen Blog packen, was meiner Meinung nach mein Leben bereichert. Das können Erlebnisse sein, Themen wie Animes, Freundschaft aber auch ganz simple Dinge, die mich zum Lachen gebracht haben. Man kann es also meine Sammlung von Lebensfreude nennen.

Zu meiner Person selbst bleibt nicht viel zu sagen, aber ich versuche trotzdem das für euch wichtigste zusammen zu fassen:
Ich bin 20 Jahre alt, studiere Rechtswissenschaften, habe schon in drei verschiedenen Bundesländern gelebt, habe keine Geschwister, liebe Animes und Games über alles und bin vernarrt in Doctor Who.
Freundschaft bedeutete mir immer sehr viel, weswegen es um so mehr schmerzte zu akzeptieren, dass einige langjährige Freunde sich in eine andere Richtung entwickeln und kein Interesse mehr an Freundschaft haben.
Schon als Kleinkind war ich hin und weg von Fantasywelten. Als ich im Kindergarten war, kauften meine Eltern sich einen SNES mit Tetris attack (welches mein erstes Spiel wurde), Donkey Kong country und Super Mario World. Noch bevor ich in die Schule kam, spielte mein Vater Pokémon Rot auf dem Gameboy, was ich natürlich auch tun durfte. Meine erstes Taschengeld gab ich dann für Pokémon Blau aus, weil ich begeistert von dem Spiel war. Man könnte also sagen, das sich mit einem Gameboyspiel lesen lernte.
In der ersten Klasse kam dann Digimon neu für mich hinzu. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob es falsche Erziehung war mir so früh Videospiele zu erlauben, aber ich kann dazu nur sagen, dass ich heute eine ganz andere Person wäre, wenn ich nicht mit Pokémon, Digimon und Nintendo aufgewachsen wäre. Vielleicht stammt daher auch der große Wert, den Freundschaft für mich hat. Immerhin habe ich von klein an gesehen, wie wichtig Freundschaft ist und vor allem wie wertvoll.
Rechtschreibung mochte mich nie so wirklich und ich sie ebenfalls nicht. Die Warnung wurde also ausgesprochen. Ich zahle keinen Schadensersatz, wenn ihr über Rechtschreibfehler stolpert und euch verletzt.
Charakterlich einschätzen kann ich mich selbst eher schlecht, werde aber von meinen Freunden als zuverlässig, hilfsbereit und "zu nett" beschrieben. Beliebte Vergleiche sind 'Hikari' aus "Digimon" und 'Colette' aus "Tales of Symphonia" womit wir auch schon bei einem der Dinge wären, die ich sehr gerne festhalten würde.

"Tales of Symphonia" kurz beschrieben ist ein Spiel der "Tales of" Serie, welches 2003 für GC /PS2 erschienen ist und 2014 als HD Remake für die PS3 veröffentlicht wurde. Es gibt einen Anime zu dem Spiel, welcher vor knapp 2 Jahren beendet wurde und einen Manga, der seit dem Remake besteht. Die fantastische Welt Sylvarant leidet unter Hungersnöten, da kaum noch Mana vorhanden ist. Eine anfangs kleine Gruppe macht sich auf den Weg, diese sterbende Welt zu erneuern.
Was aber noch viel stärker für den Plot spricht ist der verstärkte Fokus auf Freundschaft, Toleranz und Durchhaltevermögen.
Es ist vielleicht etwas lächerlich, dass mir fiktive Charaktere Lektionen erteilen, aber besonders nach dem Breakdown war es eine extreme Erfahrung für mich das ganze Abenteuer erneut zu durchleben.

Ihr müsst wissen, dass die Hauptpersonen vielleicht etwas kindisch und stumpf wirken. Lloyd mit seinem Enthusiasmus, der nie lange anhält. Sein unerschütterliches Vertrauen darin, eine Möglichkeit zu finden, jeden glücklich zu machen. Und natürlich seine Hingabe gegenüber von Freunden.
Aber selbst im späteren Verlauf, wenn er mit Verrat zu kämpfen hat und alles aussichtslos scheint, verliert er seinen Glauben in seine Freunde nicht. So etwas kostet unglaubliche Kraft! Vielleicht mag er kindisch sein, doch ist er in dem Punkt vielen Erwachsenen vorraus. Hinzu kommt, dass er sich niemals vor Entscheidungen oder einer Verantwortung drückt. Das Wort "unmöglich" gibt es in seinem Wortschatz nicht.
Und ganz ehrlich? Ich bin beeindruckt und zugleich neidisch.
"Es tut mehr weh nicht vertrauen zu können, als verraten zu werden."
Ein Zitat, welches mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Es scheint unwichtig, wenn es einen nicht selbst betrifft. Aber ich habe so oft versucht meine Freunde von mir zu stoßen aus Angst davor wieder einen Tritt in den Rücken zu bekommen. Dabei sollte ich diesen Egoismus bei Seite legen und sie nicht für etwas anklagen, das andere Leute mir angetan haben.

Dann haben wir noch Colette. Ein unscheinbares Mädchen, tollpatschig und völlig naiv. Aber nur nach außen hin. In sich selbst verschlossen trägt sie eine größere Verantwortung als man sich vorstellen kann. Ich nehme nicht zu viel vorweg, bedenkt man, dass all das in den ersten Spielstunden des 40+ Stunden Meisterwerks bzw in den ersten 3 Folgen des Animes behandelt wird.
Colette wurde als Auserwählte der Welterneuerung erzogen. Die einzige Person, die diese sterbende Welt retten kann. Auf ihr ruht die Hoffnung der ganzen Welt. Aber was hat sie selbst für eine Wahl? Sie hat keine. Sie ist nicht mal wütend auf ihr Schicksal. Sie akzeptiert es und tut es freien Herzens, obwohl sie weiß, dass am Ende der Reise die Verwandlung in einen Engel bevorsteht, was mit ihrem Tod gleichzusetzen ist.
Eigentlich sollte sie da doch etwas egoistischer sein und alles tun, was sie möchte, oder? Stattdessen ist sie hilfsbereit, freundlich, beschützt jede Person auf dieser Welt. Alles mit einem Lächeln. Nie beschwert sie sich. Nie weint sie. Sie ist sogar glücklich, weil sie weiß, dass sie anderen helfen kann und ihre Freunde ein sicheres Leben in einer erneuerten Welt führen würden.
Dagegen fühle ich mich fast... jämmerlich. Wie kann ich es wagen mein Leben als schlecht zu empfinden, wenn es Menschen wie sie gibt? Viele Leute empfinden Colette als nervig. Weil sie schwächlich wirkt und weil sie "zu nett" ist. Aber ich finde, dass sie eine der stärksten Charaktere ist, die die Anime Welt zu bieten hat. Wer würde jemals selbstlos sein Leben geben ohne jemals irgendetwas zu bereuen oder irgendjemanden für das nicht gewählte Schicksal zu beschuldigen?

Ich hoffe, dass man etwas nachvollziehen kann, wieso ich emotional so beeindruckt vom Verhalten dieser Charaktere bin und wieso ich mir wünsche, etwas von ihrer Einstellung übernehmen zu können.
Jedenfalls war es das von mir fürs Erste. Ich habe schon viel mehr geschrieben als ich wollte.
Falls ihr bis hierher durchgealten habt, lasst mir doch irgendwie eure Meinung zukommen.
Oder falls ihr sonst noch Fragen zum Blod oder meiner Wenigkeit habt, schreibt eine PN.

#Randomline: Dejavu beim Schreiben gehabt. Fast als wäre diese spontane Idee einen Blog zu starten gar nicht so spontan... gruseliger Gedanke.

1.6.15 01:11

Letzte Einträge: Das Geheimnis - Einen guten (fiktiven) Charakter erstellen, Kurzer, mundgerechter Nachtrag zum Abend, Chaos 2 go: Star Wars, Gameentwicklung und Ausschlag

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mein-puschelputzi / Website (1.6.15 12:44)
Hallöchen!
Erstmal finde ich es sehr schade, wenn man merkt, dass seine sogenannten Freunde eigentlich gar keine sind. Da kann ich auch ein Lied von singen.
Dann muss ich sagen, ist es gar nicht so lächerlich, wenn man sich an fiktiven Charakteren orientiert. Das geht nicht nur dir so, glaub mir. Und wenn man dadurch die nötige Stärke erhält weiter zu machen, spricht doch auch nichts dagegen.
Liebe Grüße!

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